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Interview mit dem Geschäftsführer der SL Gartenbau GmbH, André Krötz

Jedes Unternehmen ist nur so gut, wie die Menschen, die darin arbeiten. Deshalb sollen an dieser Stelle gelegentlich die Menschen vorgestellt werden, die für die SL Gartenbau GmbH und die Schwanteland-Gruppe stehen. Den Anfang macht unser Geschäftsführer, André Krötz:

 

Sehr geehrter Herr Krötz. Sie sind Geschäftsführer der SL Gartenbau GmbH sowie der gesamten Schwanteland-Gruppe. Sie sind also 1991 mit 23 Jahren in die Schwanteland-Gruppe eingestiegen. Welche Abschnitte haben Sie im Folgenden absolviert, bis Sie zum Geschäftsführer der Gruppe wurden?

AK: Die Zeit bis Mitte der 90ger Jahre war geprägt von großen Umbrüchen voller Chancen und Risiken. Die LPG-Nachfolgegesellschaft wurde in die SL Schwanteland GmbH umgewandelt. Als Tochterunternehmen wurde gemeinsam mit der Grow Group 1991 die Schwanteland Jungpflanzen GmbH gegründet, um in den Gewächshausbetrieb einzusteigen und die Chancen aus einem neuen Jungpflanzenmarkt zu nutzen.

Gemeinsam mit Thomas Görlich lernten wir in den Niederlanden den Gewächshausbetrieb bei der Grow Group kennen, die bis zum heutigen Tag unsere Partner und Anteilshalter sind. Ich war als kaufmännischer Disponent bei der Schwanteland Jungpflanzen GmbH eingestiegen. Der Aufbau der Gewächshäuser war mein erster Job. Parallel absolvierte ich ein Ergänzungsstudium als Wirtschaftsingenieur.

1994 wurde ich dann Prokurist der Schwanteland Jungpflanzen GmbH und 1996 deren Geschäftsführer. Im Jahr 2000 trat ich in den Beirat der SL Schwanteland GmbH ein, bevor ich 2005 auch zu deren Geschäftsführer wurde. Schließlich bin ich seit dem Generationswechsel 2009 mit der Übergabe von Altgeschäftsführer Jürgen Ebel auch Geschäftsführer der SL Gartenbau GmbH und damit der gesamten Gruppe.

Heute verbindet man die SL Gartenbau GmbH vor allem mit Chicorée sowie Erdbeeren und Äpfeln. Haben sich die Schwerpunkte im Laufe der Zeit geändert?

AK: Ja, wir experimentierten besonders in der ersten Hälfte der 90ger Jahre mit anderen Produkten, wobei der Erfolg unterschiedlich war. Die Stellung des Chicorées wurde immer dominanter. Zuletzt hat nach der Jahrtausendwende die Biogasproduktion an Bedeutung gewonnen. Insgesamt haben wir eine Entwicklung vom Generalisten zum Spezialisten vollzogen.

Gab es auch organisatorische Veränderungen?

AK: Natürlich, und besonders bis Mitte der 90ger Jahr. Wir mussten uns beispielsweise hinsichtlich Absatz und Handel völlig neu orientieren. Auch wenn wir uns derzeit in einer Phase der Festigung befinden, müssen wir nach wie vor aufmerksam neue Trends beobachten und uns rechtzeitig einstellen. So entwickeln wir derzeit die Direktvermarktung von Erdbeeren und Äpfeln weiter.

Vielleicht wird es in Zukunft auch wieder ein breiteres Angebot an Früchten zur Selbstpflücke geben. Regionalität und Direktvermarktung sind derzeit große Themen in der Landwirtschaft, weil es wichtig ist die Landwirtschaft für den Verbraucher erlebbarer und verständlicher zu machen.

Biogasanlagen haben in den letzten Jahren die Landwirtschaft sehr verändert. Warum hat auch die Schwanteland-Gruppe eine Biogasanlage gebaut.

AK: Die Entwicklung von Biogasanlagen schreitet seit der Jahrtausendwende stark voran. Die Schwanteland-Gruppe bringt alle Voraussetzungen mit, um diese Technologie wirtschaftlich und sinnvoll zu nutzen. Wir haben hinreichend Anbauflächen, diese sind zentral angeordnet, was für kurze Transportwege wichtig ist, anderseits haben wir einen hohen Bedarf an Strom, z.B. für die Kühlhäuser, in denen die Chicorée-Wurzeln gelagert werden, und schließlich benötigen wir für die Gewächshäuser viel Wärme.

Nach der Realisierung der Biogasanlage arbeiten wir weiter daran die erneuerbare Energie noch wirtschaftlicher und nachhaltiger zu nutzen. Ein riesiger Pufferspeicher für Wärme und aktuell eine Absorptionskälteanlage, bei der Abwärme als Antrieb für eine Kälteanlage genutzt wird, sind weitere Folgeprojekte.

Wie sieht Ihr Ausblick für die Zukunft aus?

AK: 2012 war ein gutes Jahr, einige Projekte wurden umgesetzt, der Betrieb wurde weiterentwickelt, auch ertragsmäßig sind wir zufrieden, wichtige Geschäftsbeziehungen konnten weiter ausgebaut werden. Die Gruppe wurde insgesamt gestärkt. Wir sind gut für die Zukunft aufgestellt.

Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Wir wollen auch in Zukunft neue Entwicklungen frühzeitig erkennen und umsetzen. Spürbar ist schon jetzt, dass es beim Personal immer größere Engpässe geben wird. Wir müssen daher noch mehr selbst die Qualifizierung unserer Mitarbeiter vorantreiben. Anderseits ist schon deshalb eine weitere Mechanisierung und Automatisierung der Prozesse notwendig.

Mit besonderer Spannung beobachten wir auch den Energiemarkt. Die immer rapider steigenden Energiekosten schlagen sich natürlich in unserem betrieblichen Ablauf nieder. Kritisch beobachten wir auch, dass der Preisdruck auf dem Absatzmarkt weiter zunimmt, so dass wir weiter Kosten senken und marktgerecht arbeiten müssen. Insgesamt sehe ich aber optimistisch in die Zukunft.

Vielen Dank für das Gespräch!

AK: Vielen Dank!